Header image  
Genealogie
 
line decor
  
line decor
 
 
 
 

 
 
ORTE UND PERSONEN

Dies sind ein paar lose Notizen zu Sommeregger Personen und Orten in der Geschichte. Personen und Orte rund um einen Namen sind wohl schwer zu trennen, bzw. sie stehen in einer Wechselwirkung: es ist sehr gut moeglich, dass sich Sommeregger aus einem Flurnamen entwickelt hat, sei es vom "Sommeregg" oder von der slowenischen Tanne (siehe Hauptseite). Das Haus tauft oft seine Bewohner: in Oesterreich ist die Tradition der Vulgonamen noch weit verbreitet (siehe den interessanten Beitrag zu Hausnamen auf Wikipedia). So koennte die unten vorgestellte Herrschaft Sommeregg mit ihrer Burg und Laendereien namendgebend fuer Familien Sommeregger gewesen sein, die diese Orte bewirtschafteten.

Beitraege sind immer gern willkommen!

Orte

Personen

ORTE

Burg Sommeregg

Burg Sommeregg in Treffling bei Seeboden, Kaernten. Originalquelle: Valvasor 1680. Diese Abbildung: Wikimedia Commons.

Die Herrschaft Sommeregg in Kaernten

Nicht weit von Seeboden am Millstaetter See in Kaernten steht die Burg Sommeregg (siehe Wikipediaeintrag). "Lange galt das Jahr 1237 als erste urkundliche Erwähnung der Burg, da in diesem Jahr Graf Wilhelm von Malta einem Ortolf von Sommeregg Güter am Millstätter See und unter der Burg Sommeregg zu Lehen gegeben haben soll. Es ist aber anzunehmen, dass die Burg mindestens schon um 1187 bestanden hat, da in diesem Jahr in einer Urkunde des Südtiroler Klosters Neustift neben Graf Otto von Ortenburg und Heinrich von Geschieß (dem heutigen Rosenheim bei Baldramsdorf, Gemeinde Spittal an der Drau) ein Witemarus von Sommeregg erwähnt wird.[2] Als ritterliche Dienstmannen haben die Sommeregger im Auftrag der Ortenburger die Burg ausgebaut. Am 29. Mai 1275 ist die Burg Schauplatz einer großen adeligen Zusammenkunft. An diesem Tag wird der Heiratsvertrag zwischen Graf Albert von Görz und der Gräfin Euphemia von Ortenburg-Hardegg abgeschlossen. Bis 1338 nennen sich alle ortenburgischen Ministerialen ausschließlich "von Sommeregg" und gehörten möglicherweise ein und derselben Familie an. Ab 1344 tauchen Namen auf, die auf eine andere Herkunft verweisen. Alle hatten das Amt des Burggrafen (Kastellans) oder Ritters inne, das die Burghut sowie militärische Unterstützung der Ortenburger umfasste, wofür man die Abgaben der untertänigen Bauern im Umkreis der Burg bekam." (Quelle: Wikipedia. Literaturtip: Wilhelm Wadl, Geschichte der Burg und Herrschaft Sommeregg (5)).

SONNEGG

valvasor_sonnegg

Burg Sonnegg, Quelle: Valvasor 1680 (9)

 

PERSONEN

In chronologischer Ordnung oder nach Orten

1178 Witemarus von Sommeregg. 1234: Ortolf von Sommeregg

1178 Wird in einer Urkunde des Südtiroler Klosters Neustift neben Graf Otto von Ortenburg und Heinrich von Geschieß (dem heutigen Rosenheim bei Baldramsdorf, Gemeinde Spittal/Drau, Kaernten) ein Witemarus von Sommeregg erwähnt. (6). Er gehoert wahrscheinlich zu derselben Familie von Lehensleuten, die im Auftrag der Grafen von Ortenburg die Burg Sommeregg verwalten. Urkundlich erwaehnt ist weiters Ortolf von Sommeregger (1234). 1338 ist die Familie zum letzten Mal erwaehnt. (7)

1597 Andreas Sommeregger. Niederösterreich

Im Zusammenhang mit einem Bauernaufstand in Niederoesterreich 1597wird in den Prozessakten ein Angeklagter Andreas Sommeregger erwaehnt, der an der Belagerung von Steyr teilgenommen habe. (1)

1598 Ruep Sommeregger. Nikelsdorf, Paternion, Kaernten

Im Zusammenhang mit dem Kauf der Herrschaft Paternian (heute Paternion) durch Moritz Christoph von Khevenhueller wird von Bernhard Franz Czerwenka eine Quelle zitiert (Regesten aus dem Archiv des Grafen von Giech), die den Namen eines Ruep Sommeregger enthaelt.(2)

Ruep

Quelle: Google Books

Sommeregger Karl, geb. 1858, aus Kötschach in Kärnten, war Militär im Kriegsministerium in Wien

Sommeregger Franz, DDr., 1882-1918, aus Oberdorf bei Spittal/Drau, Kärnten

Sommeregger Andreas / Sommeregger Andrés, 1887-1936, aus Oberdorf bei Spittal/Drau, Kärnten, wanderte nach Südamerika aus.

1930er Jahre: Moskauer Prozesse

Ein Sommeregger wird im Zusammenhang mit dem 2. Moskauer Prozess genannt. Es war dies der Prozess gegen das sowjetfeindliche trotzkistische Zentrum, auch Prozess der 17, Parallelzentrum, oder Piatakow-Radek Prozess genannt. Prozessiert wurde vom 23. bis 30. Januar 1937 gegen J. L. Pjatakow, Karl Radek, Grigori Jakowlewitsch Sokolnikow, Leonid Petrowitsch Serebrjakow und 13 andere Funktionäre. (Quelle: Wikipedia). Alle Angeklagten ausser Radek, Sokolnikow, Arnold (10 Jahre Kerker) und Stroilow (8 Jahre) wurden zum Tod durch Erschiessen verurteilt und kurz danach hingerichtet.

Der Name des als Ingenieur getarnten deutschen Agenten Sommeregger fällt in den Verhören von Schestow (25. u. 26. Januar 1937) und Stroilow (26. Januar 1937; Zeugenaussage auch des deutschen Ingenieurs Stein).(3) Laut Anklage standen diese mit den Agenten des deutschen Spionagedienstes Wurm, Baumgartner, Schebesto, Flessa, Floren, Sommeregger u. a. in Verbindung und übermittelten ihnen geheime Informationen über die Kohlen- und Chemieindustrie des Kusnezkreviers. In der Sache ging es auch um angebliche Sabotageakte in diesem Industrierevier. Die Aktivität Sommereggers erschliesst sich aus den Protokollen als in die Zeit zwischen 1932 und 1935 fallend.(8)

Ob dieser Sommeregger ident ist mit dem in Max Muchitschs Buch "Die Rote Stafette" genannten Sommeregger, ist noch zu erforschen.(4)

 

Georg Sommeregger

 Visitkarte

Fußnoten, Quellen

(1) Otto Kainz, Das Kriegsgerichtsprotokoll im niederösterreichischen Bauernaufstand aus dem Jahre 1597, Dissertation, Wien 2008, S.45. (link)

(2) Bernhard Franz Czerwenka, Die Khevenhueller, W. Braumueller, Wien 1867.

(3) Volkskommissariat fuer Justizwesen der UdSSR (Hg.), Prozessbericht ueber die Strafsache des sowjetfeindlichen trotzkistischen Zentrums, verhandelt vor dem Militaerkollegium des Obersten Gerichtshofes des UdSSR vom 23.-30. Januar 1937 gegen J. L. Pjatakow, K. B. Radek, G. J. Sokolnikow,
L. P. Serebrjakow, N. I. Muralow, J. A. Liwschitz, J. N. Drobnis, M. S. Boguslawski, I. A. Knjasew,
S. A. Rataitschak, B. O. Norkin, A. A. Schestow, M. S. Stroilow, J. D. Turok, I. J. Hrasché,
G. J. Puschin und V. W. Arnold angeklagt des Vaterlandsverrats, der Spionage, Diversionstaetigkeit,
Schädlingsarbeit und der Vorbereitung terroristischer Akte, d. h. der Verbrechen gemaess Artikel 581a, 588, 589, 5811 des Strafgesetzbuches der RSFSR. Vollstaendiger stenographischer Bericht. (Nach der deutschen Ausgabe von 1937 gescannt und Korrektur gelesen von Daniel Weigelt, erhaeltlich auf http://www.stalinwerke.de/).

(4) Max Muchitsch, Die Rote Stafette. Vom Triglav zum Hochschwab. Historische Kommission beim ZK der KPOe, Wien 1985 (ISBN 3853641547, 9783853641545), Seite 74.

(5) Wilhelm Wadl, Geschichte der Burg und Herrschaft Sommeregg. In: Carinthia I, Zeitschrift für geschichtliche Landeskunde von Kärnten, 1989, 179. Jahrgang, S. 153-168

(6) Wilhelm Wadl, Geschichte der Burg und Herrschaft Sommeregg. In: Carinthia I, Zeitschrift für geschichtliche Landeskunde von Kärnten, 1989, 179. Jahrgang, S. 153-168, S.153.

(7) http://de.wikipedia.org/wiki/Burg_Sommeregg (besucht 26.4.2009)

(8) Weiterfuehrend zu den Moskauer Prozessen: Sigurd Hoel, Der Moskauer Prozess, in: Zeitschrift fuer Politische Psychologie und Sexualoekonomie (ZZPS) - Organ der Sexpol - Band 4 (1937) , Heft 2 (13), S.90-109. (im Internet erhaeltich auf http://www.lsr-projekt.de/zpps/zpps13.html)

(9)

 
 
 

 

letzter Eintrag:
Andres Sommeregger